Die Stadt Stettin (Szczecin) liegt im Nordwestens Polens und ist von Berlin aus mit dem Zug in etwa...
Im Rahmen einer Reise durch Usbekistan und Turkmenistan hatten zwei unserer Vereinsmitglieder...
Zu den großen Projekten der Gegenwart zählen mehrere riesige Tunnel, die durch die Alpen getrieben werden, um die vorhandenen überfüllten Tunnel und Straßen zu entlasten. Bis 2015 sollen diese Bauwerke fertiggestellt werden. Die Tatsache, dass dabei die modernsten Schildvortriebsmaschinen und satellitengestützte Navigationssysteme eingesetzt werden, ändert nichts daran, dass diese Arbeit nach wie vor schwierig ist, immer wieder unerwartete Probleme aufwirft und mit einem gesundheitlichen Risiko für die beteiligten Arbeiter verbunden ist. Auch im 21. Jahrhundert ist die Arbeit im Untergrund nach wie vor ein gefährliches Vorhaben. Dies wird vor allem in den Ländern deutlich, die nicht über die moderne Technik verfügen. So hört man zum Beispiel mit erschreckender Regelmäßigkeit von großen Unfällen in Chinas Bergwerken, die zahllose Menschenleben fordern. Eine Explosion im November 2004 töte 166 Bergarbeiter!
Eine neue Bedrohung industrialisierter Gesellschaften hat sich aus der Anfälligkeit der unterirdischen städtischen Infrastruktur für terroristische Anschläge ergeben. 1995 wurden bei dem Giftgas-Anschlag einer fanatischen Sekte auf die U-Bahn Tokios 12 Menschen getötet, weitere 5000 mussten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. In Frankreich wiederum kam es zu Bombenanschlägen islamischer Fundamentalisten auf U-Bahnstationen. Ähnliche Angriffe wurden vor kurzer Zeit auch in Russland durchgeführt. Die große Anzahl von Menschen innerhalb dieser Systeme während der Stoßzeiten sowie die Tatsache, dass Rettungsmaßnahmen sich unter der Erde sehr schwierig gestalten, potenzieren die Wirkung solcher Anschläge erheblich. In diesem Zusammenhang wurde auch bekannt, dass derartige Angriffe, eventuell mit chemischen oder radiologischen Waffen, von islamischen Extremisten in Großbritannien diskutiert wurden. Weitere mögliche Szenarien sind z.B. Autobomben in Verkehrstunneln oder der Versuch, die Wasserversorgung zu vergiften. Der Schutz der unterirdischen Infrastruktur erfordert einen großen Aufwand, vollständige Sicherheit kann dabei nie gewährleist werden. In Washington sollen übrigens U-Bahnstationen bereits mit Detektoren ausgerüstet sein, die ABC-Kampfstoffe aufspüren können.
Auch in der „normalen" Kriegsführung spielt der Untergrund immer noch eine Rolle. Dabei geht es primär um den Bau von Tunneln. Sie werden von denjenigen angelegt, die ihren Gegnern militärisch unterlegen sind und somit zeitweilig unsichtbar bleiben müssen, um bestimmte Operationen durchzuführen oder der feindlichen Übermacht zu entkommen. So wurde zum Beispiel die belagerte Stadt Sarajewo während des bosnischen Bürgerkrieges durch einen Tunnel mit lebenswichtigem Nachschub versorgt. Im israelisch besetzten Gazastreifen werden immer wieder Tunnel gegraben, um Waffen aus Ägypten in das Gebiet zu schmuggeln. Zudem wurde im Dezember 2004 ein israelischer Armeeposten durch einen großen Sprengsatz zerstört, den palästinensische Extremisten in einem Tunnel unter dem Bauwerk gezündet hatten (der Erste Weltkrieg lässt grüßen!). Bei dem Anschlag wurden 5 Soldaten getötet. Im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan gruben islamische Fundamentalisten Tunnel, die es eingeschlossenen Kämpfern erlaubten, angreifenden Regierungstruppen zu entkommen. Die Aufständischen in der irakischen Stadt Falludscha gruben mehrere Tunnel, um sich vor amerikanischen Truppen zu verbergen und sie aus dem Hinterhalt anzugreifen.
Seit den neunziger Jahren erfreut sich der Untergrund zunehmender Beliebtheit im Tourismus. Während natürliche Höhlen schon seit Jahrhunderten als Sehenswürdigkeiten geschätzt werden, schießen nun auch überall in Deutschland „Erlebnisbergwerke" wie Pilze aus dem Boden. Zugleich werden in vielen Städten Luftschutzbunker des Zweiten Weltkrieges und des Kalten Krieges zur Besichtigung freigegeben. Auch alte Gewölbe und Gänge aus dem Mittelalter werden touristisch erschlossen. Damit hat der Untergrund einen Anschluss an die gegenwärtige Event-Kultur bekommen: Vergnügungssüchtige Großstädter, historisch Interessierte, Denkmalschützer und schwarze Seelen bewegen sich nun mit großen Augen durch die stillgelegten Untergründe …